Am 7. Dezember 2002 brachte der Sunday Express die Diskussion über Ecclestones Spende und das Tabakwerbeverbot erneut ins Rollen.
Der Bericht des Sunday Express vom 7. Dezember 2002 holte eine Kontroverse zurück, die seit den späten 1990er-Jahren nie ganz verstummt war. Die Zeitung behauptete, Labour habe versucht, das bevorstehende Verbot der Tabakwerbung zugunsten der Formel 1 zu verzögern, nachdem eine Spende von Bernie Ecclestone eingegangen war. Dadurch rückten erneut Fragen nach politischem Einfluss und der wirtschaftlichen Macht des Sports in den Mittelpunkt.
Die Situation war heikel. Viele Teams waren damals stark von Tabaksponsoren abhängig, und schärfere Regeln bedrohten kurzfristig ihre Finanzierung. Eine spätere Umsetzung hätte ihnen mehr Zeit zur Anpassung gegeben. Jede Andeutung politischer Bereitschaft zur Verzögerung wurde daher genau beobachtet. Der Bericht deutete an, interne Regierungsüberlegungen hätten sich auffällig mit den Interessen der Serie gedeckt.
Tony Blair entschied sich, die Millionenspende zurückzugeben, um den Schaden zu begrenzen. Damit sollte vor allem das Problem der öffentlichen Wahrnehmung abgefedert werden, denn Misstrauen konnte sich schneller festsetzen als Fakten. Die Episode zeigte, wie eng politische Entscheidungen inzwischen mit wirtschaftlicher Planung in der Formel 1 verknüpft waren.
So erinnerte die Affäre daran, dass Regulierungen außerhalb der Rennstrecke häufig ebenso viel Einfluss besitzen wie technische Regeln. Der Sunday Express machte deutlich, wie anfällig der Sport für politische Spannungen geworden war.
